Sep 09

Ein Gastbeitrag von Christian Golla (linuxdistro.de)
Dieses Jahr durfte ich die IFA aus einer ganz neuen Perspektive erleben, nämlich fernab von Gedrängel und Geschubse um neue Produkte. Dank der rechtzeitigen Presse-Akkreditierung für einige Blogger wurden wir einerseits mit einem Berg an Presseinformationen zugeschüttet und andererseits zu speziellen Hersteller-Veranstaltungen (mit Frühstück) eingeladen. Der besondere Gag an diesem Pressestatus war aber, die Möglichkeit schon lange vor den Massen die Hallen betreten zu können.


So konnte ich ab 8 Uhr in aller Ruhe alle Geräte ausprobieren, die mich interessierten. Die Aussteller und Hostessen waren um diese Uhrzeit noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt, sodass keiner auf die Idee kam mich zu stören. Auffällig waren die vielen kleineren Aussteller mit Accessoires für die marktstarken Apple-Produkte – ob Wolle, Tuch, Leder, Metall, Plastik oder Holz, jedes Material war als Umhüllung eines Apple-Produkts bestens geeignet. Und scheinbar jeder, der etwas auf sich hielt, hatte auch ein elegant umhülltes iPad in der Hand und machte sich wichtig. Dass Apple mit diesem Gerät viele Trittbrettfahrer nach sich zieht, war offensichtlich und auf der IFA nicht zu übersehen. Am stärksten drängte sich Samsung mit seinem Galaxy Tab in den Vordergrund und konnte ein fertiges Produkt präsentieren. Das war nicht bei jedem so, denn MSI hatte nur einen Prototyp vorzuweisen, wo noch nicht einmal das Betriebssystem fest stand. Andere Pads unbekannter Hersteller des Asien-Marktes zeigten die obligatorischen Kopien, deren Displays meist sehr träge reagierten und ahnen ließen, dass man nur die Optik eines iPads fürs Geld bekommt.

Das ganz große Thema der IFA war jedoch die 3D-Technik im TV- und Computer-Bereich. Die ersten Geräte konnte man schon vor einem Jahr bewundern, doch was diesjährig gezeigt wurde, war ein großer Schritt in dieser Technik nach vorne. Ohne zusätzliche Brille geht es jedoch noch nicht wirklich – Philips hatte einen Fernseher der Kategorie „ohne Brille“, dessen Darstellung jedoch an „3D-Wackelbilder“ für Kinder erinnerte. Mit Brille war die Bildwiedergabe einfach nur super, selbst der Hintergrund war gestochen scharf und alles wirkte realistisch. Ein besonderes Erlebnis war das Spielen mit 3D-Effekt und das ist nichts für Sensible – Motion-Sickness lässt grüßen (eine Messebesucher sahen auch ein wenig grün im Gesicht aus, nachdem sie eine runde gezockt hatten). Sony muss mit seiner dicken und schweren Brille jedoch noch einige Verbesserungen einbringen (O-Ton Sony: “Die Brille ist nur für kurzzeitiges Tragen konzipiert…”), denn sie drückt überall – andere Hersteller sind da schon einen Schritt weiter. Neben den großen TV-Geräten waren auch die Notebook-Hersteller mit 3D-Displays stark vertreten und konnten eine tolle Performance zeigen.

Ein besonderes Highlight waren für mich die von Samsung gesponsorten Europameisterschaften für Videogames auf PC und Xbox – eine tolle Veranstaltung mit den besten Zockern Europas, einfach nur sehenswert (für mich).
Einer Einladung von PocketBook folgend wurde man in die neuen Techniken und den schlagartig wachsenden Markt der eReader eingeführt, deren Ausstattungen und Unterhaltungswert den ganzen Pad-Geräten und Tablet-PCs echte Konkurrenz anbieten. Leider waren noch keine Prototypen des e-Ink-Farbdisplays zu sehen, die zum Jahresende dem eReader-Markt noch mehr Unterstützung anbieten.

Und es gab noch so viel mehr zu sehen … nächstes Jahr wieder!

written by Maik

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